Glücksspiele machen süchtig. Das wissen alle. Trotzdem hält es keinen davon ab, Casinos zu besuchen, zu Wetten oder mit Karten und Würfeln zu spielen. In der Fußballwelt geht es auch nicht anders zu. Viele bekannte Fußballer sind mit Glücksspielen gut vertraut, einige von ihnen sind sogar spielsüchtig geworden.  

Einmal Zocker, immer Zocker

Einer von vielen ist auch René Schnitzler. Schnitzel kann am Pokertisch nicht lange aushalten, ohne all in zu gehen. Mehrmals hat ihn das mehrere hundert Euro gekostet. Doch er tut es immer noch. Es sollte kein so großer Schock sein, denn wie er auch selber zugibt, ist er schon seit seinem 18. Jahr am Zocken. Die Jahre über hat er viel öfter verloren als gewonnen, was zu Schulden in der Höhe von mehreren Tausenden führte. Er war gezwungen, seinen 100 000 Euro teuren Mercedes zu verkaufen. Als ihm ein Mafioso Geld anbot und im Gegenzug verlangte, dass Schnitzler Fußballspiele manipuliert, hat dieser ohne zweimal darüber nachzudenken akzeptiert. Neben dem ging seine Sucht weit über den Glückspieldomen hinaus. Einmal hat er auf einem Flughafen seine Mitspieler dazu überredet, jeweils 500e in einen Hut zu stecken und abzuwarten, wessen Koffer als erstes auf der Laufbahn rauskommt. Derjenige kassiert alles ein.

Poker in den 80ern?

Der ehemalige Torwart auf der WM 1990 Andreas Brehme bezeichnete dieses Kofferspiel als Blödsinn. Seiner Zeit hat man auch gezockt und Karten gespielt, aber so verrückt war keiner von ihnen. Darüber könnte man streiten, denn der Torhüter von 1976 Harald Schumacher schrieb in seinem Skandal-Buch einige Namen nieder. Einer von ihnen war sein Kollege und Konkurrent Eike Immel. Der soll ein leidenschaftlicher Pokerspieler gewesen sein. Oftmals ging es am Pokertisch um Summer wie 10 000 oder 15 000 Euro. Heute bestreitet Immel, dass er all sein Geld wegen der Zockerei verlor, leugnet aber nicht, dass er damals gepokert hat, da es während der WM in Spanien nichts anderes gab, was man in seiner Freizeit machen konnte.

Die Liste ist lang

Auch andere Namen wie Wayne Rooney, Matthew Etherington, Dominic Matteo oder David Bentley sollten in diesem Kontext genannt werden. Rooney hatte im Jahr 2006 Schulden in der Höhe von 700 000 Dollar. Er hat bei Sportwetten, Hunde- und Pferderennen Geld eingesetzt und verloren. 2010 hat Etherington sogar 1.5 Millionen Euro verloren. Er spielte Poker und hat bei Pferderennen gewettet. Matteo gab in seiner Autobiographie In my defence zu, glücksspielsüchtig zu sein und sogar die Ersparnisse für die Ausbildung seiner Tochter aufs Spiel gesetzt zu haben. Bentley begann mit Zocken als er nur 14 war. Er war bereit bis zu 100 Mal am Tag bei Online-Poker oder Pferderennen sein Geld einzusetzen. Dank seiner Freundin und seinem Agenten war er in der Lage, seine Sucht zu bekämpfen und zu besiegen.  

Wieso gerade Fußballer?

Was passiert denn wenn auf den Flügen, in den Wartezimmern, Hotels und Lobbys den Spielern langweilig wird? Wenn sie die Zeit totschlagen müssen? Da bieten sich Glücksspiele als ideale Lösung. Dazu haben Fußballer in den frühen Jahren viel Zeit zur Verfügung und stehen unter Leistungsdruck. Wieder einmal bieten sich Glücksspiele als ein Ausweg und neue Herausforderung an. Sportwetten ziehen sie am meisten an, denn da denken sie, sie können ihr Fußballwissen ausnutzen. Manchen gibt es die Möglichkeit, sich zu beweisen. Und einige brauchen es ja auch. In der Tat ist es sehr selten, dass gerade große Fußballstars dem Glücksspiel verfallen.