In der Welt des Sportes sind Wetten nicht gerade selten. Immer wieder wird über die verschiedensten Wettskandale berichtet. Eines jedoch stellt alle anderen in den Schatten. Obwohl der Fall schon 13 Jahre her ist, bleibt der Hoyzer-Skandal einer der wohl bekanntesten Wettbetruge sowohl in Deutschland als auch europaweit.

Der Hoyzer-Fall (2004/2005)

Im Januar 2005 wurden die Führenden des DFB auf den verdächtigen Robert Hoyzer aufmerksam gemacht. Dies hat Hoyzer seinen vier Kollegen zu verdanken: Lutz Michael Fröhlich, Olaf Blumenstein, Manuel Gräfe und Felix Zwayer. Hoyzer wurde dessen verdächtigt, mehrere Spiele der 2. Bundesliga, Regionalliga und im DFB-Pokal so manipuliert zu haben, dass die Ergebnisse so ausfallen, wie europaweit darauf gewettet wurde.

Zuerst verteidigte sich Hoyzer und sagte, er wäre der Vorwürfe nicht schuldig. Kurz danach wurde er jedoch gezwungen, seine Schuld zu gestehen. Unter anderem soll er auch das Pokalspiel zwischen dem damaligen Drittligisten SC Paderborn und Bundesligaklub Hamburger SV manipuliert haben, so dass das Spiel 4:2 zu Gunsten des SC Paderborn ausfiel. Nach seinem Geständnis rief der DFB-Kontrollausschuss das Sportgericht auf, ein Urteil zu fällen. Hoyzer wurde vom DFB verbannt, was unter anderem auch bedeutet, er dürfte sein Leben lang kein Schiedsrichter, Trainer oder Spieler im DFB sein. Dazu musste er wegen Beihilfe zum Betrug 14 Monate im Gefängnis verbringen, da die sog. Wettmafia dank seiner Hilfe um die 67 000 Euro bekam. Später im selben Jahr wurde er auf zwei Jahre und fünf Monate verurteilt und zwar ohne Bewährung. Diese Strafe wurde ab dem 18. Mai 2007 gültig. Wegen guten Benehmens wurde er jedoch frühzeitig aus dem Gefängnis entlassen.

Folgen und weitere Wettbetruge

Der Hoyzer-Fall hat eine Lawine ausgelöst. Viele Spieler gaben zu, Geld angenommen zu haben, Hamburger SV bekam 2 Millionen Euro Entschädigungsgeld, manipulierte Spiele mussten wiederholt werden, einige wurden verhaftet und es wurde sogar ein Wettverbot  ausgesprochen für alle in der Fußballbranche.

Der damalige DFB-Präsident Theo Zwanziger meinte, diese Geschichte würde sich wahrscheinlich nicht wiederholen. Hoyzers Strafe war abschreckend und stand als ein Beispiel für diejenigen, denen etwas Ähnliches in den Sinn kommen würde. Nach allem was passiert ist, würde keinem einfallen, denselben Fehler zu begehen. Zwanziger meinte, er hätte Vertrauen in die Schiedsrichter. Eine hundertprozentige Garantie gibt es jedoch nicht, denn auch nach Hoyzer und ohne ihn gab es mehrere Spielmanipulationen oder bloß deren Versuche. Nach den Zahlen der Behörde, die 2013 offenbart wurden, sollen in der Zeitspanne von 2008 bis 2011 sogar 380 manipuliert worden sein.

Wettskandale gab es also sowohl vor als auch nach dem Hoyzer-Fall. Trotzdem bleibt dieser einer der größten infolge dessen, was er alles ausgelöst hat.